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Patagonien: Tagestour in den Torres del Paine Nationalpark

Patagonien ist ein Sehnsuchtsort mit Bergen, wunderbar blauschimmernden Seen, Fjorden und Gletschern. Zumindest an manchen Tagen, denn das Wetter in Patagonien ist unberechenbar und gutes Wetter rar. Es ist Ende März und der chilenische Herbst im Anmarsch. Unbändige patagonische Stürme sind damit keine Seltenheit – von denen auch wir nicht verschont bleiben.

Das kleine Hafenstädtchen Puerto Natales hat zwar keine großen Sehenswürdigkeiten zu bieten, ist aber Ausgangspunkt für die Hauptattraktion der Gegend – den Torres del Paine Nationalpark. Von Punta Arenas, wo wir am Vorabend mit Latam Airlines (Flug etwa 100 Euro) gelandet sind, nehmen wir nachmittags den wenige Stunden zuvor gebuchten SurBus nach Puerto Natales (für 7500CLP; Stand 03/2018). Die Fahrt dauert etwa drei Stunden und geht recht schnell vorbei, da man aus dem Fenster die traumhafte Landschaft Patagoniens bestaunen kann. In der Gegend kann man auch leicht zwischen der argentinischen und der chilenischen Seite Patagoniens umherreisen.

In Puerto Natales wohnen wir im schönen B&B Bing Bang Patagonia, nur wenige Minuten Fußweg vom Busbahnhof entfernt. Das B&B hat schöne Zimmer mit eigenem Bad und Heizung, inkl. Frühstück und einem schönem Aufenthaltsraum mit Kamin.

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Puerto Natales ist ein nettes Örtchen mit einer schönen Promenade am Fjord. Nur die vielen Straßenhunde, die uns auf jeden Schritt verfolgen nerven etwas. Direkt am Wasser befindet sich das fliegende Kunstwerk Monumento al viento.

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Angebote für Tagestouren in den Torres del Paine Nationalpark findet man in Puerto Natales an jeder Ecke oder auch direkt in der Unterkunft. Für den folgenden Tag haben wir bereits in Punta Arenas über den Touranbieter Comapa Turismo eine Tagestour zum berühmten Torres del Paine Nationalpark gebucht (35000CLP; Stand 03/2018), der nur etwa 100km von Puerto Natales entfernt liegt. Die Preise scheinen überall ähnlich und auch die Stationen der Touren sind bei allen Touranbietern gleich.

Hauptattraktion ist der wunderschöne Torres del Paine Nationalpark

Der Torres del Paine Nationalpark zählt mit seinen landschaftlichen Highlights zu den Hauptattraktionen von Patagonien. Die namensgebenden Torres del Paine (Türme von Paine) beherrschen die Landschaft und ragen fast senkrecht mehr als 200m in die Höhe. Die meisten Besucher kommen zum Wandern in den Park aber auch bei einer Tagestour kann man sich von der Schönheit des Parks überzeugen lassen. Wer wie wir wenig Zeit hat, kann also statt einer mehrtägigen Trekkingtour auch problemlos einen Tagesausflug in den Torres del Paine Nationalpark unternehmen.

Den Torres del Paine Nationalpark bei unbändigen patagonischen Stürmen erkunden

Gegen 7:30 Uhr werden wir mit einem Mini-Van von der Unterkunft abgeholt. Leider hat sich bewahrheitet was meine Wetter-App bereits vorhergesagt hat: Der Himmel ist komplett grau. Erster Stopp ist der Milodon Cave – eine Höhle vor dem eigentlichen Park. Ich habe bereits vorab gelesen, dass die Höhle recht unspektakulär ist und sich der zusätzliche Eintritt von 5000CLP nicht loht. Daher haben wir uns den Eintritt gespart und den Aussagen der restlichen Tourteilnehmer zufolge haben wir auch nichts verpasst.

Im Anschluss fahren wir weiter zum Eingangsbereich des eigentlichen Nationalparks, wo wir die Eintrittskarten für den Nationalpark kaufen. Der Eintrittspreis von 21.000CLP (Stand 03/2018) für den Nationalpark ist im Tourpreis i.d.R nicht enthalten.

Langsam zieht sich auch der letzte blaue Fleck am Himmel mit dicken grauen Wolken zu. Der erste richtige Stopp im Nationalpark ist am Grey Lake. Im Winter ist er mit viel Wasser gefüllt aber jetzt im März kann man darin spazieren gehen und den Blick auf den Grey Glacier genießen – zumindest bei gutem Wetter. Die atemberaubende Landschaft um uns herum ist in dicken Nebel gehüllt und abgesehen von einem abgebrochenen Eisbrocken der im Wasser treibt, sieht man nichts. Der Eisbrocken schimmert trotzdem in einem strahlendem blau aus dem Wasser.

Torres del Paine: Der Grey Gletscher bei grauem Himmel

Zu dem dicken dunklen Himmel hat sich mittlerweile ein heftiger Wind gesellt. Es ist windig. Extrem windig um genau zu sein und wir haben Probleme uns hier am Wasser auf den Beinen zu halten. Einige der Tourteilnehmer können dem Wind nicht standhalten. Unser Tourguide versucht sein bestes uns die wichtigsten Fakten über den Gletscher gegen den starken Wind entgegenzubrüllen aber der Wind peitscht zu sehr ins Gesicht um aufmerksam zuzuhören.

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Der Eisbrocken im Grey Lake leuchtet in einem strahlendem Blau.

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Wir fahren weiter etwa 40 Minuten durch den Park und ich kann nur erahnen wie schön die Landschaft durch die wir fahren eigentlich sein muss. Das tiefblaue Wasser sieht gigantisch aus aber die Bergkulisse drumherum ist von einem dicken Nebelschleier umhüllt, sodass man die berühmten Granittürme nicht mal erahnen kann. Der Himmel wird immer grauer aber der freundliche Guide versucht uns alle bei Laune zu halten. Er erklärt und erzählt viel auf Spanisch und Englisch.

Wir machen einen Stopp zum Mittagessen bei einem Restaurant am Pehoé Lake. Für einige ist das Mittagessen vor Ort inbegriffen, für Selbstversorger wie uns gibt es eine Couchecke in der man das selbstmitgebrachte Proviant essen kann.

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Blick über den Nordenskjöld Lake.

Nach einer Stunde Mittagspause ist unser nächster Stopp an einem Aussichtspunkt am Nordenskjöld Lake. Mittlerweile ist das Wetter noch ungemütlicher geworden und der Wind peitscht und ins Gesicht. Der Wind bläst uns so stark entgegen, dass wir uns kaum auf den Beinen halten können. Nach einem schnellen Foto eile ich schnell zurück in den Mini-Van. Wir fahren weiter zum Salto Grande Wasserfall, denn wir wegen der starken Windböen – die den Mini-Van schaukeln lassen – aus Sicherheitsgründen nur aus dem Fenster des Busses bestaunen dürfen. Meine Laune ist mittlerweile auf dem Tiefpunkt. „That’s Patagonia“ meint unser Guide, während er an seinem Coca-Tee schlürft.

Auf den Weg zum nächsten und letzten Stopp des Tages haben sich zumindest der Regen und der Wind gelegt. Wir sehen am Straßenrand einige Guanakos an einem Salzsee entlangspazieren und ich glaube unser Tourguide hat etwas Mitleid mit uns und lässt uns raus, damit wir wenigstens ein kleines Highlight heute haben.

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Letzter Stopp ist am Sarmiento Lake Lookout außerhalb vom Park. Das Unwetter hat sich zwar mittlerweile gelegt und der Himmel klarrt langsam auf, die Paine Towers die eigentlich auch von hier zu sehen sein müssten sind aber nach wie vor hinter einer dicken Nebelschicht und lassen kein gutes Foto zu. Was für ein enttäuschender Tag! Aber: That’s Patagonia!

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Blick über den Sarmiento Lake. Die berühmten Granittürme werden leider von dicken Wolken versteckt.

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