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Atacama-Wüste: 5 Highlights die du nicht verpassen solltest

Weite trockene Wüste, azurblaue Lagunen, beeindruckende Gletscher und Fjorde – das ist Chile. Chile ist das erste Land das ich in Südamerika besuche. Das schmale und lange Land ist ein Land der Kontraste: Die Atacama-Wüste im Norden gilt als eine der trockensten Wüsten der Welt, während im Süden – in Patagonien – riesige Gletscher und beeindruckende Fjorde die Landschaft dominieren.

Nach etwa 15 Stunden reiner Flugzeit und einem Zwischenstopp in Madrid landen wir – meine Schwester und ich – Vormittags am Flughafen von Santiago. Die Einreise geht schnell und unkompliziert. Um keine Zeit zu verlieren fliegen wir direkt weiter nach Calama – im Norden Chiles. Calama ist der nächstgelegene Flughafen von San Pedro de Atacama – Ausgangspunkt für Ausflüge in die Atacamawüste.

Der Flughafen von Calama ist winzig und ich sehe bereits vom Gepäckband aus eine Dame mit unserem Namensschild im Außenbereich. Den Flughafenshuttle von Calama nach San Pedro haben wir bereits vorab gebucht. Eine einfache Fahrt kostet 12CLP, Hin- und Rückfahrt 20CLP (Stand 03/2018). Die Fahrt durch die Wüste nach San Pedro dauert etwas mehr als eine Stunde (etwa 90km).

Hier in der Atacama-Wüste erwarten einen sternenklare Nächte, spektakuläre Sonnenuntergänge, Mondlandschaften, brodelnde Geysire, azurblaue Lagunen und Salzlandschaften. Was ihr in der Atacama-Wüste auf keinen Fall verpassen solltet? Meine Highlights der Atacama-Wüste:

 

Das Oasenstädtchen San Pedro de Atacama

Lehmhäuser in San Pedro de Atacama.

Das kleine Oasenstädtchen San Pedro de Atacama hat mit seinen sandigen staubigen Straßen, und niedrigen Lehmhäusern trotz der Touristenmassen nicht an Charme verloren. Das Dorf mit rund 2000 Einwohnern ist Ausgangsort für Touren in die Atacama-Wüste und ist dementsprechend hauptsächlich ein Touristenort mit vielen Unterkünften und Restaurants. Am Plaza de Armas steht eine kleine Kirche mit einem Dach aus Kaktusstämmen und das Rathaus. Alte Pfefferbäume spenden Schatten. Hier auf dem Platz ist gerade auch ein kleiner Markt aufgebaut. Vom Stadtrand erkennt man am Horizont den Gipfel des Vulkan Licancabur.

San Pedro besteht fast ausschließlich aus Lehmhäusern – wie auch unser Hostel das Mamatierra. Wir haben ein einfaches Zweibettzimmer mit Gemeinschaftsbad für etwa 48 Euro pro Nacht (Stand 03/2018). Das Personal ist sehr freundlich uns unterstützt beim Buchen von Ausflügen. Wir buchen direkt eine Tour zum Valley of the Moon für den nächsten Nachmittag.

 

Unterwegs im Valle de la Luna (Tal des Mondes)

Das Valle de la Luna oder Valley of the Moon grenzt direkt an die kleine Oasenstadt San Pedro und man könnte von der Landschaft dort tatsächlich vermuten, man wäre auf dem Mond. Die Touren zum Mondtal dauern etwa fünf Stunden, beginnen nachmittags und sind mit 18000CLP (Stand 03/2018) auch recht erschwinglich.

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Beeindruckende Landschaften im „Tal des Mondes“.

Gegen 16 Uhr werden wir von einem Kleinbus abgeholt. Die Fahrt zum Eingang dauert knapp 20 Minuten. Das Eintrittsgeld für den Nationalpark ist in der Regel nicht im Preis der Touren enthalten und wird während der Fahrt vom Guide eingesammelt. Den Kauf der Tickets übernimmt der Guide und dauert keine drei Minuten.

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Erster Stopp der Tour ist am Piedra del Coyote (Kojotenfels), zu dessen Aussichtspunkt Mirador de Cari wir uns bei brütender Hitze hinaufhieven. Ich dachte eigentlich, die Tour wäre ein entspannter Anfang bei der man sich ganz gechillt den Sonnenuntergang anschaut. Dem ist nicht so. Unbedingt genug Wasser mitnehmen! Die Luft ist staubtrocken und die Sonne scheint erbarmungslos. Aber es lohnt sich. Von hier hat man eine grandiose Aussicht auf das Valle de la Luna.

Nächster Stopp der Tour ist das Valle de la Muerte (Tal des Todes). Wir wandern in den Cañón de la Sal und weiter in die Höhle Las Cavernas de la Sal (die Salzhöhlen). Der Weg durch die Höhle wird uns als etwas beschwerlich verkauft. Wir machen mit: Etwas klettern, gebückt durch teilweise niedrige Gänge quetschen und nach etwa 45min sind wir auch schon wieder draußen. Wenn die Gruppe fitter ist, geht es aber sicher auch um einiges schneller. Die Formationen in und um die Höhle bestehen zum größtenteils aus Salz.

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In der Las Cavernas de la Sal sieht man das Salz glitzern.
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Salzkrusten in der Las Cavernas de la Sal.

Eine der bekanntesten Formationen im Valle de la Muerte ist die der Las tres Marias – unserem nächsten Stopp. Die drei Felsen sollen an betende Frauen erinnern. 

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Die „Las tres Marias“ im Valle de la Muerte. Die drei Felsen sollen an betende Frauen erinnern.
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Eine weitere bekannte Steinformation ist das sog. Amphitheater – eine fast 40m hohe vertikale Steilwand.

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Letzter Stopp der Tour ist an einem Plateau an der Duna Mayor, um den Sonnenuntergang über der bergigen Landschaft zu beobachten. Viele andere haben sich hier bereits versammelt um das Naturspektakel mitzuerleben. Der Sonnenuntergang im Valle de la Luna ist wirklich fantastisch und die Steinformationen strahlen in gelb-roten Farben. Gegen 20:30 Uhr ist man wieder im Hostel.

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Der spektakuläre Sonnenuntergang von der Duna Mayor.

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Lagunas Altiplanicas – Lagunen und Flamingos bestaunen

Die weiße Weite des Salar de Atacama mit den Vulkanen der Andenkordillere im Hintergrund bestaunen, Flamingos beobachten und das azurblaue-türkisfarbenen Wasser der Lagunen Miñiques und Miscanti bestaunen – die Tour zu den Lagunas Altiplanicas gehört zu meinen Highlights in der Atacamawüste.

Die Tour kostet 25000CLP (etwa 33 Euro) (Stand 03/2018) und ist das Geld allemal Wert.

Die Tour beginnt gegen 6:30 Uhr. Wir fahren auf knapp über 4000 Höhenmetern und ich merke wie die Luft dünner wird und sich ein heftiger Schmerz in meinem Kopf ausbreitet – die Höhenkrankheit macht sich bemerkbar.

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Tolle Spiegelungen in der Laguna Miñiques.

Erster Stopp ist die Laguna Miñiques und die direkt daneben liegende Laguna Miscanti. Ich spaziere am See entlang und komme aus dem Staunen nicht mehr raus: Die Kulisse der tiefblauen Lagunen, die Berge/Vulkane im Hintergrund und die umgebene Wüstenlandschaft sehen wirklich gigantisch aus.

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Die Laguna Miscanti einer tollen Bergkulisse im Hintergrund.

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Wir fahren weiter, vorbei an malerischen Landschaften zum kleinen Örtchen Toconao und von dort weiter zu meinem persönlichen Highlight des Tages – der Laguna Chaxa. Einem sehr salzhaltigen See mit einer Wüste aus Salzkrusten herum. Die Lagune befindet sich etwa 65km von San Pedro entfernt und gehört zu der Salar de Atacama und ist Teil des Nationalreservat „Los Flamencos„. Der Salar de Atacama ist der größte Salar Chiles. Von hier hat man einen tollen Blick über die Vulkane der Westkordillere. Sie ist Lebensraum von drei von fünf bekannten Flamingoarten die hier auf Nahrungssuche elegant durch die Lagune staksen. Malerisch spiegeln sich die Silhouetten der Tiere auf der Wasseroberfläche und im Hintergrund erkennt man die Vulkane.

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Der atemberaubende Laguna Chaxa im Nationalreservat „Los Flamencos“.

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An der Laguna Chaxa gibt es dutzende Flamingos.
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Flamingos fliegen über die Laguna Chaxa.

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Extreme Farben an der Laguna Chaxa.

Letzter Stopp ist im kleinen Dorf Socaire bevor wir gegen 13 Uhr zurück in San Pedro ankommen.

Diese Tour kostet zwar rund 30.000CLP (etwa 40 Euro) (Stand 03/2018), doch das Geld ist es allemal Wert.

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Mein Highlight: Salar de Tara

Mein persönliches Highlight in der Atacama-Wüste war die Tara Salt Flat, rund 120km von San Pedro de Atacama entfernt. Sie ist deutlich weniger touristisch als die meisten anderen Gegenden der Atacama-Wüste.

Die Tour startet gegen 8 Uhr. Mit einer kleinen Gruppe fahren wir mit einem Jeep in Richtung Salzsee. Der Anstieg ist gewaltig. Wir fahren immer höher und die Vegetation um uns herum fängt an sich zu verändern. Aus dem Autofenster sehe ich ab und zu Alpakas (oder Lamas?). In den vergangenen Tagen wurde mir nun schon mehrfach erklärt wie man die Tiere anhand von Ohren und dem Schwanz unterscheiden kann – mir gelingt die Unterscheidung trotzdem nicht. Wir fahren an einer atemberaubenden Landschaft vorbei und halten auf knapp über 4000m Höhe für ein kurzes Frühstück mit Blick auf die Vulkane Juriques und den etwas höheren Vulkan Lincabur (5920m) direkt an der Grenze zu Bolivien. Die Luft hier oben wird merklich dünner und je höher wir fahren desto tiefer sinken die Temperaturen. Auf Temperaturen um den Gefrierpunkt war ich in der Wüste nicht vorbereitet (ja, selbst Schuld) und bin froh als es vom Lincanabur Lookout endlich weitergeht.

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Spektakuläre Aussicht auf die Vulkane Juriques und den etwas höheren Vulkan Lincabur.

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Wir erreichen die Quepiaco Lagune, eine Art farbenfrohe Sumpflandschaft.

Wir kommen auf bis zu 4800 Höhenmeter und erreichen Monjes de la Pacana – eine beeindruckende Landschaft mit Steingebilden überall – etwa 150km von San Pedro entfernt. Die Steinbrocken wurden bei einem Vulkanausbruch ausgespäht und liegen hier seitdem wild verteilt im Sand. Der wohl bekannteste ist ein etwa 40m hoher Brocken der mutterseelenallein in der Wüstenlandschaft steht und mit etwas Fantasie an ein Gesicht eines Indianerhäuptlings erinnert.

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Skurrile Steinformationen im Monjes de la Pacana.

Dann geht es Offroad weiter durch den Wüstensand zum atemberaubenden Salar de Tara. Ich bin überwältigt von der Schönheit der Landschaft: Die Felsformationen des Las Catedrales de Tara, der Salzsee mit hunderten Flamingos die sich malerisch in der Wasseroberfläche spiegeln, die Schneebedeckte Bergkulisse mit dem Vulkan Zapaleri im Hintergrund – gigantisch. Nach etwa zwei Stunden in denen wir fasziniert am Wasser entlangspaziert sind, sind die anderen Tourigruppen bereits abgefahren und wir haben diese einmalige Landschaft für uns allein.

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Die Felsformationen des Las Catedrales de Tara sind einfach nur atemberaubend.

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Die rosaroten staksigen Flamingos am Salar de Tara.
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Die Flamingos auf Nahrungssuche im Salar de Tara.
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Leider habe ich vergessen was das für ein Kerlchen ist…

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Flamingos staksen elegant durch die Lagune.

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Die Fahrt zurück nach San Pedro dauert etwa zwei Stunden und halten an einem See, der am Vormittag noch blau und nun grün schimmert – toxisch.

Wir fahre vorbei an vielen Lamas und Alpakas – die ich nach wie vor nicht auseinanderhalten kann. Ein wirklich toller Tag. Hätte ich aber vorher gewusst wie kalt und windig ist ist hätte ich definitiv mehr angezogen.

Die Tour hat 40.000CPL (etwa 53 Euro) gekostet inklusive Frühstück und Lunch (Stand 03/2018) und ist ihr Geld allemal wert.

Süße Alpakas…

Am Straßenrand entdecken wir ein kleines Füchsen.
 

Im Geysirfeld El Tatio qualmende Geysire sehen

Am Rande der Atacama-Wüste liegt El Tatio – das drittgrößte Geysirfeld der Welt – auf knapp über 4280m Höhe. Damit sind in El Tatio die höchstgelegensten Geysire der Welt.

Es ist unser letzter Tag in der Atacama-Wüste und wir haben uns erst spontan am Vorabend für eine Tour zum berühmten Geysirfeld El Tatio „der rauchende Vater“ entschieden. Das Geysirfeld hatte zwar anfangs mein Interesse eher weniger geweckt, da wir bereits ähnliches in Rotorua in Neuseeland gesehen haben. Da El Tatio aber wohl eins der Dinge ist die man hier unbedingt gemacht haben muss…

Die Tour beginnt bereits um 4.30 Uhr, da wohl die Aktivitäten auf dem Thermal-Gebiet in den frühen, kalten Morgenstunden am Größten sind. Nach etwa 1,5 Stunden Fahrt kommen wir an. Es ist noch dunkel und eiskalte -10 Grad. Trotzdem ist der Parkplatz vor dem Geysirfeld schon gut besucht mit Leuten, die sich dieses Naturphänomen ansehen wollen.

Nach einem schnellen Frühstück beginnt die Morgendämmerung und wir spazieren durch das Geothermalgebiet mit rund 80 aktiven Geysiren – was sich aber natürlich regelmäßig ändert. Überall auf dem Boden brodelt und zischt das rund 85 Grad heiße Wasser. Steinkreise zeigen einem den Sicherheitsabstand zu den Geysiren. Bis zu 20 Meter schießen die Fontänen in die Luft und besonders jetzt in der Morgendämmerung sehen die aufsteigenden Dampfwolken wirklich beeindruckend aus. Was für ein spektakuläres Schauspiel.

Wir fahren weiter zu einem nahegelegenen Thermalfeld mit heißen Quellen in der Mutige sogar baden können. Wir entscheiden uns für einen Spaziergang.


Auf dem Rückweg nach San Pedro halten wir bei einem beeindruckenden Canyon, der mit meterhohen riesigen Kakteen übersät ist. Ein letztes Mal auf dieser Reise sehen wir Lamas und Alpakas am Straßenrand. Gegen 14 Uhr ist man zurück in San Pedro.

 

Allgemeine Infos

Anreise
San Pedro de Atacama kann man entweder mit dem Flugzeug über Calama oder mit dem Bus erreichen. Wenn man wenig Zeit hat, fliegt am besten direkt nach Calama. Von Calama nehmen wir einen Shuttle nach San Pedro (Dauer rund 2 Stunden).

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