Madagaskar: Auf der Suche nach Lemuren und Chamäleons

Bekannt ist Madagaskar vor allem durch seinen gleichnamigen Zeichentrickfilm und dem Lied über ein Schiff, das vor Madagaskar lag und die Pest an Bord hatte. Als Reiseziel ist der Inselsaat vor Afrikas Ostküste bisher eher unbekannt, obwohl Madagaskar einiges zu bieten hat: Dazu gehören unberührte Regenwälder, paradiesische Strände, außergewöhnliche Felsformationen, erhabene Baobab-Bäume und duftende Vanilleplantagen. Klingt eigentlich nach dem perfekten Reiseland, oder?

Madagaskar steht schon eine halbe Ewigkeit auf meiner Reise-Bucket-List. Der Grund dafür sind nicht die Strände oder die berühmten Baobab-Bäume, sondern die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt der Insel. Nirgendwo sonst auf der Welt leben so viele endemische Arten wie hier. Fast alle Säugetiere Madagaskars kommen ausschließlich auf dieser Insel vor.

Der Grund hierfür liegt Madagaskars Entstehung, als Indien und Afrika noch zusammenhingen, Madagaskar sich abspaltete und nach Osten abtriftete. So konnten sich Flora und Fauna unabhängig vom afrikanischen und asiatischen Festland entwickeln.

Besonders gespannt bin ich auf die Begegnung mit Lemuren und Chamäleons. Deshalb führt mich mein erster Ausflug von Antsiranana im Norden Madagaskars in den Montagne d’Ambre Nationalpark. Der tropische Regenwald gilt als einer der besten Orte, um die faszinierende Tierwelt der Insel zu entdecken.

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Chamäleons im Montagne d’Ambre Nationalpark.

Der Montagne d’Ambre Nationalpark (Bernsteinberg) mit seinem vulkanischen Gebirge und riesigen Regenwald ist Heimat einer endemischer Flora und Faune, Wasserfällen, Kraterseen und zahlreiche Arten an Chamäleons und Lemuren. Hier lebt auch das kleine Brookesia-Chamäleon – das kleinste der Welt.

Ausflug in Madagaskars mystische Tierwelt

Es ist 8h morgens und schon jetzt haben die Temperaturen schon die 30°C erreicht. Im Reiseführer hatte ich bereits vorab gelesen, dass es im Nationalpark auf 1000m Höhe durchschnittlich 10°C kühler ist als in Antsiranana und es dort fast jeden Tag regnet. Nicht nur deswegen kann ich kaum erwarten dort anzukommen.

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Mit kurzem Stopp im kleinen Örtchen Joffreville, mit seinen zerbröckelnden Kolonialbauten, erreichen wir nach etwa einer Stunde Fahrt den Nationalpark bei leichtem Nieselregen. Bereits auf der Fahrt dorthin sehen wir aus dem Autofenster schon einige Chamäleons am Straßenrand zwischen Gebüschen hervorblicken.

Je näher wir dem Nationalpark kommen, desto grüner wird die Landschaft. Die kleinen madagassischen Dörfer an denen wir vorbeifahren machen die Armut im Land deutlich. Die Familien sitzen entspannt vor ihren einfachen Hütten mit strohbedeckten Dächern und beobachten im Schatten das Geschehen auf der Straße. Frauen laufen mit großen Bottichen und Säcken auf dem Kopf balancierend und oft mit Baby auf den Rücken gebunden an der Straße entlang zur nächsten Wasserstelle.

Tickets holt man sich sich an einem kleinen Holzhäuschen am Eingang des Parks und hier warten auch die Guides.

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Auf Madagaskar lebt auch das kleinste Chamäleon der Welt. Es ist nicht mal 2cm groß.

Auf der Suche nach Chamäleons und Lemuren

Etwa zwei Stunden wandern wir durch den klitschigen tropischen Regenwald auf der Suche nach Lemuren, Chamäleons und anderen Tieren. Keine fünf Minuten nach Beginn der Wanderung bleibt unser Guide plötzlich stehen. Für mich sieht der Waldboden aus wie eine Ansammlung aus Blättern, Ästen und Schlamm. Doch dann zeigt er auf etwas Winziges zwischen dem Laub. Erst beim zweiten Hinsehen erkenne ich das kleinste Chamäleon der Welt. Ohne Guide wäre ich vermutlich direkt daran vorbeigelaufen.

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Zum Abschluss gehen wir zu einem Wasserfall und auf dem Rückweg zum Auto sehen wir endlich die ersehnten Lemuren, die schnell durch die Baumkronen huschen. Meist sind es die Kattas oder Makis mit ihren langen schwarz-weiß geringelten Schwänzen.

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Ein Kronenmaki Montagne d’Ambre Nationalpark.
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Eine Kronenmakifamilie.

Auf dem Weg zurück erklärt mir der Guide, dass es die Madagassen garnicht richtig nachvollziehen können, warum wir Touristen so vernarrt in Chamäleons sind. Madagassen haben großen Respekt vor dem mystischem Tier. Man sagt, Chamäleons können mit einem Auge in die Zukunft und mit dem anderen in die Vergangenheit sehen.

Mein Fazit

Als ich am Nachmittag zurück nach Antsiranana fahre, wird mir bewusst, warum ich unbedingt nach Madagaskar wollte. Die Begegnung mit den Lemuren und Chamäleons, der dichte Regenwald und die besondere Atmosphäre des Montagne d’Ambre Nationalparks haben meine Erwartungen sogar übertroffen.

Madagaskar fühlt sich anders an als viele andere Reiseziele. Wilder, ursprünglicher und manchmal auch etwas chaotischer. Gerade das macht für mich aber den Reiz der Insel aus. Wer Tiere und Natur liebt, sollte sich einen Besuch im Montagne d’Ambre Nationalpark auf keinen Fall entgehen lassen.

Weitere Impressionen

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Wasserfall im Montagne d’Ambre Nationalpark.

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