Nordkorea

Nordkorea: Meine bisher ungewöhnlichste Reise

Nordkorea ist eines der abgeschottesten und geheimnisvollsten Länder der Welt. Abgeschirmt von der Außenwelt – und vielleicht reizt es mich gerade deswegen: Einmal mit eigenen Augen sehen, was man sich aus der Ferne gar nicht richtig vorstellen kann. 

Nordkorea ist mit Reisen in andere fremde Länder nicht zu vergleichen. Vieles was ich normalerweise am Reisen so mag, ist hier einfach nicht möglich: Eine Route planen, durch die Gegend spazieren oder mich mit Einheimischen unterhalten. Ich muss auf meinen bisherigen Reisestil verzichten und mich einer geführten Rundreise anschließen, denn Individualtourismus oder Backpacking ist in Nordkorea nicht möglich. Ich darf nur an bestimmte Orte und habe nicht die Freiheiten, die ich normalerweise habe. Ohne Frage wird es aber eine spannende, krasse Erfahrung werden.

Pjöngjang – Nordkorea – Reiseblog Ipackedmybackpack.de
Der Taedong-Fluss und das Flammenmonument der Juche Ideologie.

Eine Reise nach Nordkorea zu organisieren ist gar nicht so kompliziert wie viele vielleicht denken. Man bucht bei einer der wenigen speziellen Reiseagenturen eine geführte Rundreise und sobald der Antrag von der KITC (Korea International Travel Company) genehmigt ist, kann man sein Visum bei der Botschaft in Berlin beantragen. Ich habe bei Pyongyang Travel aus Berlin gebucht, die wirklich einen super Service bieten und jede noch so dumme Frage von mir beantwortet haben. Auch die Visabeschaffung haben sie übernommen.

Die Anreise nach Pjöngjang und die Einreise nach Nordkorea

Ich bin am Flughafen von Peking. Die letzten beiden Tage habe ich in Peking verbracht. Es ist einer der wenigen Orte von denen man nach Nordkorea fliegen kann. Schon am Check-in Schalter merke ich, dass diese Reise anders werden würde. Es wird Unmengen an Sperrgepäck aufgegeben. Andere Touristen – abgesehen von den anderen beiden Teilnehmern unserer Reisegruppe – sehe ich nicht. Das Gepäck einiger anderer Reisender lässt auf Mitarbeiter von Hilfsorganisationen schließen, einige in Anzug und Krawatte verraten sich als Diplomaten oder Geschäftsleute.

Angespannt besteige ich die Tuplev der nordkoreanischen Staatsairline Air Koryo – die einzige Fluggesellschaft die diese Strecke noch fliegt und die regelmässig zur schlechtesten Airline der Welt gekürt wird. Ich muss aber sagen, dass ich schon mit schlimmeren Flugzeugen geflogen bin. Serviert wird ein wabbeliger Burger. Ich bestelle die vegetarische Variante, bestehend aus einem Burgerbrötchen und einem Salatblatt. Die Flugbegleiterinnen verteilen Einreiseformulare – zwei A5-Blätter. Wie schon bei den Visaanträgen vor einigen Wochen, muss ich auch hier nochmal Name, Beruf, Arbeitgeber und den Reisepartner angeben. Auf dem Zollformular müssen Dinge wie Medikamente, GPS-Geräte, Handys und Publikationen jeglicher Art namentlich aufgelistet werden. Auch wieviel Bargeld man in verschiedenen Landeswährungen mitführt, muss man angeben. Zur Sicherheit zähle ich meine paar chinesischen Yuan und die Euros penibel genau.

Ankunft in Pjöngjang am Nachmittag – das Herz rutscht mir fast in die Hose. Nervös stehe ich an der Warteschlange der Immigration. Dann bin ich an der Reihe. Ich reiche dem Grenzbeamten meinen Reisepass herüber und warte auf eine Reaktion. Ich werde kurz nach meinem Namen gefragt und bekomme schon den Einreisestempel in den Pass gedrückt. Das ging ja einfacher als gedacht.

Ich schnappe mir meine Tasche vom Gepäckband und stelle mich in die Warteschlange der Gepäckkontrolle. In der Hand halte ich den ausgefüllten Einreisezettel, auf dem ich alles brav deklariert habe. Handys werden kurzzeitig abgegeben und von einem Mitarbeiter kurz betrachtet und Notizen notiert. Handys darf man mittlerweile behalten, bringen einem abgesehen zum Fotos machen aber nicht viel – denn Zugang zum Handynetz oder Internet ist nicht möglich. Meine Reisetasche wird gescannt, meine Bücher kurz durchgeblättert und elektronische Geräte genauer betrachtet aber im großen und ganzen funktioniert die Einreise am Flughafen unkomplizierter als gedacht. Ich bin in Nordkorea – einfacher als erwartet.

Die ersten Eindrücke von Pjöngjang und Nordkorea

Wir werden von unseren beiden Guides der KITC, der Korean International Tourism Company die alle Touristen vor Ort betreut, in der Eingangshalle des Flughafens in Empfang genommen. Der Flughafen von Pjöngjang liegt etwa 30km von der Innenstadt entfernt. Es ist Mitte November und draußen ist es eisig. Mit einem Kleinbus fahren wir in Richtung Innenstadt eine lange leere Straße entlang und können aus dem Fenster erste Eindrücke von der Stadt erhaschen. Am Straßenrand sind viele Radfahrer und Fußgänger unterwegs. Wir fahren vorbei an bunten Wohnblöcken in pastellblau, blassgelb, mintgrün, hellrosa und umso näher wir an das Stadtzentrum kommen, desto höher werden die Gebäude.

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Sparziergang am Ufer des Taedong.

Programmpunkte an diesem späten Nachmittag sind ein Spaziergang am Ufer des Taedong, ein Besuch der Bowlingbahn, Abendessen im darunterliegenden Restaurant und der Besuch eines Wiener Cafés. Ich bestelle einen Cappuccino für 3,50€. Man bezahlt in Nordkorea als Tourist mit Euro, USD oder chinesischen Yuan.

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Bowlingbahn in Pjöngjang.
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Cappuccino trinken im Wiener Café von Pjöngjang.

Erschöpft vom Tag beziehen wir unser Hotel für die nächsten Tage – das 45 stöckige Koryo Hotel nahe des Hauptbahnhofs von Pjöngjang. Von der Hotellobby bin ich mehr als beeindruckt. So etwas hatte ich hier nun wirklich nicht erwartet. Auch das Zimmer ist nett. Im Zimmer empfängt man auch einige ausländische Nachrichtensender wie BBC, wenn man etwas von der Außenwelt mitbekommen will. Nur richtig warm bekommen wir es nicht und auch das Wasser ist oft nur lauwarm. Aber darf man sich in so einem Land darüber beschweren?

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Die Eingangshalle vom Koryo Hotel.

Obwohl wir mitten im Stadtzentrum wohnen ist es trotzdem nicht möglich die Stadt zu Fuß erkunden.
Wir werden überall hin gefahren – immer im Beisein unserer beiden Guides. Der einzige Weg den wir in der ganzen Zeit alleine zurücklegen dürfen sind die etwa 50m vom Hotelrestaurant im Nachbargebäude zum Hoteleingang.

Wie ist Sightseeing in Nordkorea?

Die Tage sind vollgestopft mit Programmpunkten und beginnen früh. Meine erste Nacht in Nordkorea ist rum und es fühlt sich noch immer unwirklich an. Draußen sind es heute eisige -7 Grad. Ich werfe mich in Schale, denn heute besuchen wir das Mausoleum von Kim Il Sung, der 1994 starb aber immer noch als einzig wahrer Präsident gilt. Das heutige Mausoleum ist der ehemalige Präsidentenpalast. Nordkoreaner besuchen das Mausoleum in ihrer besten Kleidung und Frauen oft in traditionellen, glockenförmigen Trachten.

Jacken, Schals, Handy und Kamera werden an der Garderobe abgegeben. Auf einem langen Rollband fahren wir eine Halle entlang. Wir laufen über einige rotierende Schuhbürsten und durch eine Schleuse mit Staubsauer-Waschanlage in der wir von links und rechts angepustet werden, damit keine Staubpartikel auf uns lauern.

Weitere Programmpunkte an diesem Tag sind der Besuch eines buddhistischen Tempels etwas außerhalb von Pjöngjang, ein Briefmarkenmuseum in dem man auch Postkarten kaufen kann, eine Blumenausstellung in der die beiden den Führern zu Ehren benannten Blumen Kimilsungia und Kimjongilia ausgestellt werden und ein Spaziergang durch den Park, wo wir eine Gruppe Senioren fröhlich im Park tanzen sehen. Inszeniert? Möglich, auf mich macht es aber nicht den Eindruck.

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Blumenausstellung von den Blumen Kimilsungia und Kimjongilia.

Von Ort zu Ort werden wir mit einem Kleinbus der KITC gefahren und bietet Gelegenheit, etwas vom Alltag auf den Straßen zu erhaschen. An den Haltestellen von Bus und Straßenbahnen stehen teilweise unglaublich lange Schlangen von Wartenden. Der wenige Verkehr wird trotz vorhandener Ampeln in der Stadt von mit perfektionierten Bewegungen von Verkehrspolizisten geregelt.

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Spaziergang durch den Park.

Der Personenkult im Land ist allgegenwärtig: Zahlreiche große Denkmäler findet man selbst außerhalb der Stadt und große beleuchtete Portraits an Gebäuden und öffentlichen Plätzen sind überall präsent.

Unsere Guides erzählen von vielen Zahlen und Fakten und belehren uns über die wichtigsten Grundregeln beim fotografieren: Keine Militäraufnahmen und Statuen dürfen nur im Ganzen fotografiert werden. In den folgenden Tagen besuchen wir das Flammenmonument der Juche Ideologie, das Monument der Arbeiterpartei, das High Tec Zentrum, der Triumphbogen und das Monument am Mansu-Hügel. Hierbei handelt es sich um 20m hohe Staturen von Kim il Song und Kim Jong il die einen tatsächlich in Staunen versetzen. Es wirkt surreal – vor allem deswegen, weil die Größe der Staturen in keinem Verhältnis steht. Vorab müssen wir noch einen Blumenstrauß für je 5 Euro kaufen. Zufall das es noch genau vier gibt?
Schon auf dem Parkplatz auf dem Weg zum Monument kommen uns die ersten Hochzeitspaare mit ihren Gästen entgegen und auf dem Platz vor den Statuen sind weitere drei. Scheinbar ein typischer Ort für Hochzeitsfotos. Die Frauen tragen  traditionelle, glockenförmige Kleider in meist starken Farben, teilweise bestickt und ab der Brust fallen sie weit herab zum Boden. Hinter den Statuen befindet sich ein aufwendiges 70m langes Mosaik des Paekdu-Berges. Vor den Statuen mussen wir uns in der Reihe aufstellen und wie üblich tief verbeugen um dann vorzulaufen und die Blumen abzulegen.

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Monument am Mansu-Hügel.
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Das Monument der Arbeiterpartei.

Für den nächsten Programmpunkt werden wir zur nächstgelegenen U-Bahnhaltestelle gefahren. Eine Fahrt mit Pjöngjangs U-Bahn steht auf dem Programm. Die U-Bahn besteht aus zwei Linien. Die Fahrkarten werden von unseren Guides für umgerechnet etwa 2-3 Cent gekauft. Mit einer langen Rolltreppe fahren wir nach unten, denn Nordkoreas U-Bahnen gehören zu den tiefsten der Welt. Die prachtvollen U-Bahnhöfe erinnern mich etwas an die von Kiew. Die Decke ist mit Stuck verziert, von der Decke hängen riesige Kronleuchter und die Wände sind mit aufwendigen Mosaiken und Gemälden verziert. Eins der riesigen Mosaiken zeigt ein Industriegebiet mit fröhlich arbeitenden Frauen und Männern. In der Mitte vom Bahnsteig sind Zeitungsseiten der Arbeiterzeitung aufgehängt. Anders als bei uns sind die U-Bahnstationen nicht nach Straßen oder Plätzen benannt. Wir fahren von der prachtvollen Puhŭng-Station (übersetzt Wiederauferstehung) für einen Fotostopp zum aufwendig verzierten U-Bahnbahnhof „blühendes Licht“ (Yŏnggwang) mit riesigen Mosaiken mit Blüten. Wir fahren weitere vier Stationen im vollen Waggon weiter zur Haltestelle Kaesong (übersetzt „Triumphale Wiederkunft“) zum Triumphbogen. Hier wird uns stolz erzählt, dass dieser mit 60m höher ist als sein Pariser Vorbild. Wenn man hoch zur Aussichtsplattform will kostet es 5€.

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Die prachtvollen U-Bahnhöfe von Pjöngjang.
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Riesige aufwändige Mosaiken in den U-Bahnhöfen von Pjöngjang.

Ausflug ins Myohyang-Gebirge

Am vierten Tag verlassen wir die Hauptstadt Pjöngjang und fahren in das 160km entfernte Myohyang-Gebirge. Auf die Landschaften und Eindrücke abseits der Hauptstadt freue ich mich. Die Einheimischen sind meist auf Fahrrädern oder zu Fuß unterwegs – andere Autos sieht man kaum. Auf dem Land scheint die Zeit stehengeblieben. Wir halten an einer Grundschule, etwa eine Stunde von Pjöngjang entfernt. Die Kinder sind süß und erfüllen ihre Auftritte mit Perfektion. Ob das noch mit Spaß verbunden ist? Nach drei weiteren Stunden erreichen wir das wohl luxuriöseste Hotel des Landes – das pyramidenförmige Hyangsan Hotel mitten im nirgendwo. Das Abendessen im schick gedeckten Saal ist gut, mit vielen Gänge und für mich extra vegetarisch. Komisch ist nur, dass wir im Saal die einzigen sind und auch sonst scheint das Hotel nicht sehr ausgelastet zu sein.

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Das Myohyang-Gebirge.

Im Myohyang-Gebirge befindet sich auch die sogenannte Freundschaftsausstellung – ein Sammelsurium an Geschenken an die Führung, wo wir am nächsten Morgen hinfahren. Während ich hier an den Vitrinen entlanglaufe komme ich aus dem Kopfschütteln in Gedanken (zeigen sollte man es natürlich nicht) nicht mehr heraus.

Donnerstag, den vorletzten Tag in Nordkorea, verbringen wir wieder in Pjöngjang. Erster Programmpunkt ist das Koreakriegmuseum, wo einem die nordkoreanische Version des Koreakriegs präsentiert wird. Eine junge Frau in militärischer Uniform begrüßt und am Eingangstor und führt uns vorbei an vom Feind abgenommenen und abgeschossenen Flugzeugen, Panzern und dem eingenommenen Kriegsschiff Pablo.

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Abgeschossenen Flugzeuge im Koreakriegsmuseum.

Das Innere des Museums ist riesig, modern und aufwendig gestaltet und zeigt eine teilweise sehr brutalen Darstellungen der nordkoreanischen Sicht des Koreakrieges. In der Kuppel im Obergeschoss befindet sich ein riesiges Panorama an dem 40 nordkoreanische Maler 1,5 Jahre in detaillierter Feinarbeit gemalt haben und die Schlacht von Daejeon zeigt. Die Führerin des Museums verlangt uns einiges ab und stellt immer wieder Rückfragen um zu überprüfen, ob wir auch richtig zuhören. Es ist unglaublich anstrengend mit den ganzen Rückfragen und Eindrücken.

Am Nachmittag besuchen wir den „Palast der Schulkinder“ in Pjöngjang. Hier werden Kinder verschiedene Fertigkeiten in den Bereichen Musik, Kunst und Sport gelehrt (oder gedrillt?). In den Klassenräumen wird diszipliniert und mit Perfektion gemalt, getanzt, geturnt, gestickt, gesungen, auf Instrumenten musiziert und den Touristen und hochrangigen Besuchern das Können der Kleinen präsentiert.

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Der „Palast der Schulkinder“ in Pjöngjang.

An unserem letzten Tag in Nordkorea verlassen wir Pjöngjang durch das Tor der Wiedervereinigung. Unser Ziel ist die demilitarisierte Zone (DMZ), die Nord- und Südkorea trennt. Auf dem Weg dorthin begegnen wir nur wenigen anderen Autos – Sanktionen erklärt man uns. Hier besichtigen wir die Hütten, in denen die Waffenstillstandsverhandlungen und der Waffenstillstandsvertrag geschlossen wurden.

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Die DMZ die Nord- und Südkorea trennt.

Sieben Tage Nordkorea – mein Fazit

Nach sieben Tagen ist meine Zeit in Nordkorea vorbei und ich fliege erleichtert und mit vielen Eindrücken zurück nach Peking. Es war spannend hier herumzureisen und zu sehen, wie hier gelebt und gedacht wird – jedenfalls soweit es möglich ist.
Einige Situationen haben mich sehr beschäftigt. Es war anstrengend und teilweise beängstigend sieben Tage genau aufzupassen was man sagt und was man tut. Ich muss zugeben, dass mir die ständige Überwachung und die eingeschränkte Freiheit schon sehr zu schaffen gemacht hat. Die Erleichterung die von mir abfiel als ich wieder in Peking landete war riesig und sich in China frei und unbeschwert zu fühlen, muss schon was heißen. Die koreanischen Reiseleiter haben allerdings wirklich alles daran gesetzt, ihrer Reisegruppe den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Sie waren sehr zuvorkommend und freundlich, sehr bemüht und stets höflich.

Natürlich habe ich vor meiner Reise lange überlegt ob es ethisch in Ordnung ist nach Nordkorea zu reisen. Eine Antwort habe ich bis heute nicht und am Ende muss es jeder für sich selbst entscheiden. 

 

Weitere Impressionen

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Blick auf das Fußballstadion und die Skyline von Pjöngjang.

 

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Aufwändige Mosaiken an den Wänden der U-Bahnhöfe.

 

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Eingangshalle vom High Tec Zentrum in Pjöngjang.
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Eingangsbereich vom High Tec Zentrum in Pjöngjang.
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Jeder kocht sein eigenes Süppchen.
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Das Tor der Wiedervereinigung.
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Am Kim-Il-sung-Platz finden oft Paraden statt.
 

Allgemeines

Schon vom Reiseveranstalter wurden wir darauf aufmerksam gemacht, dass sich die Guides über kleine Mitbringsel aus unserer Heimat freuen: Süßigkeiten, Schokolade, Hygieneartikel…westliche Produkte kommen gut an.

Ausflugsziele, Restaurants und Hotels werden vorab für einen ausgewählt. Auf Internet muss man für die Zeit im Land verzichten. Es ist aber möglich vom Hotel aus zu telefonieren (etwa zwei Euro pro Minute nach Deutschland) oder unter dem Absender des Hotels eine Mail verschicken.

Geld und Währung

Man muss unbedingt genügend Bargeld mitbringen, denn Geldautomaten gibt es nicht und auch Kreditkarten bringen einem hier nichts. Am besten in kleinen Scheinen und auch Münzen. Als Touristen zahlt man alles ausschließlich in Euro, US-Dollar oder chinesischen Yuan statt in nordkoreanischen Won.

Einkaufen

Im Hotelshop findet man jede Menge Importware aber auch einige nordkoreanische Produkte. In Souvenirshops findet man Bücher, DVDs, Bildbände, Briefmarken, Anstecknadeln und Poster. Auch Postkarten kann man verschicken. Eine Briefmarke in die Heimat kostet etwa einen Euro. Es hat etwa zwei bis drei Wochen gedauert bis sie angekommen sind.

Unterkünfte

In Pjöngjang gibt es zwei Touristen-Hotels: Das Yanggakdo-Hotel und das Koryo-Hotel in der Nähe Pjöngjangs Hauptbahnhofs. Im letzteren habe ich gewohnt. Das Zimmer ist recht geräumig und man empfängt einige internationale Fernsehsender. Auf den Türmen des Hotels gibt es jeweils ein drehendes Restaurant.

Neben dem Koryo Hotel in Pjöngjang verbrachte ich eine Nacht im gehobenen Hyangsan Hotel im Myohyang Gebirge.

Essen

Kimchi ist eingelegter Kohl und wird uns zu fast jedem Mittag- und Abendessen serviert. Ich konnte mich damit aber nicht richtig anfreunden.
Raengmyon sind dünne Nudeln aus Buchweizenmehl und werden in der Regel kalt gegessen.

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Kalt-Nudeln aus Buchweizenmehl.

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Sicherheit

Wer sich trotz Reisewarnung für eine Reise nach Nordkorea entscheidet, sollte sich unbedingt an die Regeln halten und sich vorab auch schon darüber informieren. Zu den Regeln gehören: Statuen nur im ganzen zu fotografieren, nur fotografieren wenn es der Reiseführer erlaubt (ich habe immer vorher gefragt) und Kritik oder Witze über die Führung sind absolut Tabu. Auch als Tourist muss man an sich vor den Kim-Denkmäler verbeugen oder auch Blumen niederlegen und kommt damit in ein Dilemma, das man mit seinem Gewissen vereinbaren muss. Wenn man sich an die Regeln hält, respektvoll und interessiert bleibt, darauf achtet was man sagt und tut und es schafft darüber hinwegzusehen ständig unter Beobachtung zu stehen, kann man sich halbwegs sicher fühlen. Vor Kleinkriminellen braucht man zumindest keine Angst haben. Ich muss sagen, dass ich noch nie vor einer Reise so aufgeregt war wie vor dieser. Und mir ist wirklich eine riesige Last von den Schulter gefallen, als ich wieder in Peking landete.

2 Gedanken zu „Nordkorea: Meine bisher ungewöhnlichste Reise

  1. Cooler Bericht 🙂
    Allerdings wirklich schwierig zu sagen, inwieweit das ethisch gerechtfertigt ist. Darüber habe ich auch schon mal länger nachgedacht. Nordkorea mangelt es natürlich vor allem am Geld und damit hast du wahrscheinlich ein stück weit das Regime unterstützt. Andererseits stehst du repräsentativ für Ausländer da und bringst wenigstens ein bisschen etwas vom Rest der Welt in das sonst ja sehr abgeschottene Land. Was jetzt davon der wichtigere Punkt ist darf jeder für sich selbst entscheiden.
    Das Essen sieht ja aber sonst sehr dem ähnlich, was ich aus Südkorea kenne.

    1. Hallo Hendrik,

      danke für dein Feedback. Absolut, eine Reise nach Nordkorea muss gut überlegt sein. Ich habe auch lange darüber nachgedacht, ob es moralisch vertretbar ist. Am Ende muss es jeder für sich selbst entscheiden.

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