Während meiner Safari in der Masai Mara wurde ich irgendwann von den anderen Safariteilnehmern im Jeep gefragt: „Und? Welchen Park findest du jetzt besser? Amboseli oder Masai Mara?“
Keine einfache Frage, denn je länger ich darüber nachdachte, desto weniger konnte ich sie beantworten. Denn für mich gibt es kein besser oder schlechter. Die beiden Nationalparks sind einfach komplett unterschiedlich.
Und genau deshalb würde meine Antwort auf die Frage „Amboseli oder Masai Mara?“ immer lauten:
Wenn möglich: beide.
Der Amboseli Nationalpark: Elefanten vor dem Kilimandscharo
Der Amboseli lebt vor allem von seiner einzigartigen Landschaft.
Von fast überall im Park sieht man den Kilimandscharo. Der höchste Berg Afrikas thront ständig im Hintergrund und macht jede Tierbeobachtung noch spektakulärer.
Man fährt über Schotterpisten durch den Park, vorbei an Sümpfen voller Flusspferde und Elefanten, die sich im Wasser abkühlen. Dazu kommen riesige Flamingoschwärme, die ganze Uferbereiche rosa färben und sogar die verlassene Amboseli Lodge, die langsam von der Natur zurückerobert wird.
Die Tierwelt ist natürlich beeindruckend. Überall sieht man Elefantenherden, Zebras, Gnus, Strauße und zahlreiche Vogelarten. Löwen und Geparden gibt es ebenfalls, allerdings sind sie deutlich seltener als in der Masai Mara.

Giraffen sieht man im Amboseli dagegen kaum. Die offenen Ebenen bieten nur wenige hohe Bäume und deshalb halten sich die Langhälse meist eher an den Parkrändern auf.
Besonders beeindruckt haben mich im Amboseli die riesigen Elefantenherden.
Immer wieder sahen wir riesige Herden auf dem Weg zu den Wasserstellen. Dort standen die Tiere teilweise stundenlang im Wasser, badeten oder kühlten sich mit Schlamm ab. Am schönsten war es, die kleinen Elefanten zu beobachten.
Während die erwachsenen Tiere völlig entspannt durch das Wasser liefen, versuchten die Jungtiere mit ihren noch viel zu kurzen Rüsseln das Verhalten der Großen nachzuahmen. Manche planschten durchs Wasser, andere übten begeistert das Tröten und produzierten dabei eher lustige Quietschgeräusche als das beeindruckende Trompeten ihrer Eltern.
Gerade diese kleinen Momente haben den Amboseli für mich so besonders gemacht.
Wenn ich heute an Amboseli denke, denke ich natürlich an den Kilimandscharo aber genauso denke ich an die Elefantenfamilien die vor dem spektakulären Hintergrund herlaufen.
Die Masai Mara: Safari wie aus einer Dokumentation
Die Masai Mara fühlt sich dagegen an wie die Tierdokumentationen, die man früher im Fernsehen gesehen hat.
Endlose Savannen, vereinzelte Akazien und überall Tiere.
Anders als im Amboseli fährt man hier oft querfeldein durch die Landschaft. Das sorgt für ein ganz anderes Safari-Gefühl.
Die Tierdichte ist schlicht unglaublich. Hier sonnt sich ein Löwe, dort blickt eine Gepardin majestätisch über die Ebene und irgendwo in der Ferne zieht eine Elefantenherde vorbei.
Die Big Five sind hier deutlich einfacher zu finden als im Amboseli und auch die sogenannten Ugly Five – Hyäne, Gnu, Geier, Marabu und Warzenschwein – begegnen einem regelmäßig.
Besonders beeindruckt hat mich die unglaubliche Weite der Landschaft. Egal in welche Richtung man blickt, die Savanne scheint einfach nicht zu enden.



Wo ist die Landschaft schöner?
Das ist vermutlich Geschmackssache.
Die Masai Mara beeindruckt durch ihre Weite und die klassischen Safari-Landschaften.
Der Amboseli dagegen wirkt abwechslungsreicher.
Hier gibt es Sümpfe, Seen, Flamingos, offene Ebenen und natürlich den Kilimandscharo.
Wenn ich rein nach der Landschaft entscheiden müsste, würde ich persönlich Amboseli einen kleinen Vorsprung geben.
Die Kombination aus Elefanten und Kilimandscharo ist einfach schwer zu übertreffen.

Mein persönliches Highlight
Wenn man rein nach den Chancen geht die Big Five zu sehen, gewinnt die Masai Mara.
Dort gibt es deutlich mehr Raubtiere und die Wahrscheinlichkeit, Löwen, Geparden oder sogar Leoparden zu sehen, ist wesentlich höher. Trotzdem war meine spektakulärste Begegnung der gesamten Reise ausgerechnet im Amboseli.
Kurz vor Ende unseres Game Drives entdeckte unser Guide zwei Löwinnen mit vier Jungtieren. Allein das wäre schon ein unglaublicher Fund gewesen. Doch plötzlich kamen sie immer näher.
Und schließlich lief die komplette Löwenfamilie nur wenige Meter hinter unserem Jeep über die Straße. Die Jungtiere tapselten neben ihren Müttern her, während wir diesen Moment fasst für uns alleine hatten. Natürlich war das pures Glück. Eine Begegnung wie diese kann man nicht planen und schon gar nicht erwarten.
In der Masai Mara habe ich insgesamt deutlich mehr Löwen gesehen. Dort waren Sichtungen fast schon “normal”. Manchmal dachte ich mir sogar: „Ach, schon wieder ein Löwe.“ Aber genau diese eine besondere Begegnung hatte ich dort nicht.
Deshalb fällt mir der Vergleich so schwer.
Die Masai Mara war spektakulärer.
Der Amboseli war emotionaler.
Und am Ende bin ich unglaublich froh, dass ich beide erlebt habe.

Kenia als alleinreisende Frau – meine Erfahrungen
Eine Frage, die mir vor meiner Reise immer wieder gestellt wurde, war:
„Hast du keine Angst, alleine nach Kenia zu reisen?“
Und ehrlich gesagt hatte ich vor allem vor Nairobi etwas Respekt. Die Stadt hat keinen besonders guten Ruf und wenn man sich vorab informiert, stößt man schnell auf Berichte über Kriminalität und Taschendiebstähle.
Natürlich sollte man die üblichen Vorsichtsmaßnahmen beachten und nachts nicht alleine durch unbekannte Gegenden laufen.
Meine persönliche Erfahrung war jedoch deutlich positiver als ich erwartet hatte. Ich habe mich während meiner gesamten Reise sicher gefühlt.
Besonders aufgefallen ist mir, wie aufmerksam die Menschen waren. Fast jedes Hotel hatte Security Guards am Eingang und manchmal hatte ich sogar das Gefühl, sie seien ein wenig überfürsorglich, wenn ich das Hotel alleine verlassen wollte.
Überhaupt habe ich die Kenianer als unglaublich freundliche und hilfsbereite Menschen erlebt. Egal ob Hotelmitarbeiter, Safari-Guides, Fahrer oder Angestellte in Restaurants – überall wurde ich herzlich begrüßt und oft einfach aus ehrlichem Interesse angesprochen.
Natürlich ersetzt Freundlichkeit keine Vorsicht und ich würde Nairobi nicht als Stadt bezeichnen, in der ich nachts alleine durch die Straßen spazieren würde. Trotzdem habe ich mich als alleinreisende Frau habe ich mich in Kenia überwiegend wohl, willkommen und gut aufgehoben gefühlt.
Wann ist die beste Reisezeit für eine Safari in Kenia?
In Kenia gibt es zwei Regenzeiten:
Die große Regenzeit die von ungefähr von März bis Mai dauert.
Die kleine Regenzeit, die im November und Dezember ist.
Beste Reisezeit für Safaris
Als beste Reisezeit gelten die Trockenzeiten:
- Januar bis Februar
- Juni bis Oktober
Besonders bekannt ist die Zeit von Juli bis Oktober, wenn die Great Migration stattfindet und tausende Gnus den Mara River überqueren.
Ich selbst war im Februar unterwegs und hatte nahezu perfektes Wetter sowie hervorragende Tierbeobachtungen.
Mein Fazit: Amboseli oder Masai Mara?
Wenn ihr mich persönlich fragt, würde ich aber immer dieselbe Antwort geben: Beide.
Denn obwohl sie im selben Land liegen, könnten sie unterschiedlicher kaum sein.
Der Amboseli hat mich mit seinen Landschaften, den Elefantenfamilien in den Sümpfen und seinen besonderen Momenten begeistert.
Die Masai Mara mit ihrer unglaublichen Tierwelt, ihrer Weite und den fast schon absurden Mengen an Wildtieren.
Und genau die Kombination aus beiden Parks hat meine Kenia-Reise so unvergesslich gemacht.




