Ein Land in Nordafrika, das jedes Jahr viele Touristen anzieht und trotzdem vielerorts noch überraschend authentisch wirkt: Tunesien. Ehrlich gesagt hatte ich das Land lange Zeit gar nicht auf dem Radar – vermutlich gerade deshalb, weil man Tunesien oft nur mit klassischen All-Inclusive-Resorts verbindet.
Dabei hat das Land so viel mehr zu bieten: historische Medinas, malerische Küstenorte, endlose Wüstenlandschaften und wunderschöne Oasen. Außerdem ist Tunesien vermutlich das Land mit den schönsten Haustüren überhaupt.
Zehn Tage lang reisen wir mit dem Mietwagen durch Tunesien und entdecken dabei die unterschiedlichsten Facetten des Landes – von der lebhaften Hauptstadt Tunis bis zu den Palmenoasen am Rand der Sahara.
Tunis – Zwischen Medina und Moderne
Die meisten Reisenden werden vermutlich in Tunis ankommen. Die Hauptstadt ist eine spannende Mischung aus Tradition und Moderne.
Wir wohnen in einem wunderschönen Airbnb mitten in der Medina – mit einem kleinen Innenhof und Pool, der wie eine grüne Oase mitten im Trubel der Altstadt wirkt. Direkt daneben befindet sich der Zentralmarkt, auf dem täglich frisches Obst, Gemüse und knusprige Baguettes verkauft werden.
Die Medina von Tunis zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist das Herzstück der Stadt. Am besten lässt man sich einfach durch das Gassenlabyrinth treiben, erkundet die Souks rund um die Zitouna-Moschee oder trinkt in einem der zahlreichen kleinen Cafés einen frischen Minztee, während draußen das geschäftige Treiben vorbeizieht.



Sidi Bou Said – Tunesiens schönster Küstenort
Nur wenige Kilometer von Tunis entfernt liegt das wunderschöne Künstlerdorf Sidi Bou Said direkt am Meer.
Der kleine Ort wirkt mit seinen strahlend weißen Häusern und den leuchtend blauen Türen und Fensterläden fast wie aus einem Bilderbuch. Ich schlendere durch die engen Gassen der Altstadt und bin sofort überwältigt von der Schönheit und dem besonderen Charme dieses Küstenortes.
Von den zahlreichen Aussichtsterrassen hat man einen traumhaften Blick über die Dächer der Altstadt bis hinaus auf den Golf von Tunis und die Halbinsel Cap Bon.






Mit dem Mietwagen Richtung Sahara
Am Flughafen übernehmen wir schließlich unseren Mietwagen und machen uns auf den Weg Richtung Süden nach Tozeur.
Rund 450 Kilometer fahren wir durch immer trockener werdende Landschaften. Die Umgebung verändert sich stetig: grüne Felder verschwinden, die Erde wird sandiger und die ersten kargen Wüstenlandschaften tauchen auf. Kurz vor Tozeur entdecken wir schließlich sogar die ersten Kamele am Straßenrand.



Die Palmenoase von Tozeur
Tozeur liegt am Rand der Sahara und ist vor allem für seine riesige Palmenoase bekannt – die größte Dattelpalmenplantage Tunesiens.
Unser Hotel am Stadtrand bietet einen grandiosen Blick über das endlose Palmenmeer, das von kleinen Wasserkanälen durchzogen wird. Über dieses ausgeklügelte Bewässerungssystem wird das Wasser bis heute durch die gesamte Oase geleitet.
Die Atmosphäre hier wirkt fast surreal: endlose Palmenhaine, warme Wüstenluft und dahinter die trockene Landschaft der Sahara.
Die Bergoase Chebika
Am nächsten Morgen fahren wir zur Bergoase Chebika, die etwa 45 Minuten von Tozeur entfernt liegt.
Die kleine Oase liegt eingebettet zwischen felsigen Bergen und wirkt wie ein grüner Fleck mitten in der kargen Landschaft. Der Rundweg führt entlang kleiner Wasserfälle, Palmen und durch einen beeindruckenden Canyon.
Besonders der Kontrast zwischen den trockenen Felsen und dem satten Grün der Oase macht Chebika zu einem der schönsten Orte unserer Reise.










Durch den Salzsee Chott el Djerid
Nach zwei Tagen in Tozeur geht die Reise weiter entlang des gigantischen Salzsees Chott el Djerid.
Die unendliche Weite mit ihren weiß glitzernden Salzstrukturen erinnert mich teilweise sogar an den Salar de Uyuni in Bolivien. Der Salzsee ist fast das ganze Jahr über ausgetrocknet. Seit 1979 führt eine Dammstraße quer durch diese faszinierende Landschaft – mitten durch Nordafrikas größten Salzsee.
Die Szenerie wirkt fast unwirklich und gehört definitiv zu den beeindruckendsten Abschnitten unseres Tunesien-Roadtrips.

Douz – Das Tor zur Sahara
Unser nächstes Ziel ist Douz, das auch als „Tor zur Sahara“ bekannt ist.
Die kleine Oasenstadt liegt eingebettet zwischen Palmen und Sanddünen und ist der perfekte Ausgangspunkt für Ausflüge in die Wüste.
Auch wir verbringen hier eine Nacht mitten in der Sahara – in einem traditionellen Wüstenzelt. Abends sitzen wir am Lagerfeuer, während über uns ein unglaublicher Sternenhimmel leuchtet.
Fernab von Städten und künstlichem Licht wirkt der Himmel über der Sahara fast magisch.








Entspannte Tage an Tunesiens Küste
Die letzten Tage unserer Reise verbringen wir in Monastir an der tunesischen Mittelmeerküste.
Nach den vielen Eindrücken der vergangenen Tage genießen wir hier noch einmal entspannte Stunden am Meer, bevor es schließlich zurück nach Tunis und weiter nach Deutschland geht.



Fazit: Tunesien hat uns überrascht
Bei Tunesien denken viele vermutlich zuerst an günstigen All-Inclusive-Urlaub. Doch das Land hat deutlich mehr zu bieten.
Eine individuelle Rundreise mit dem Mietwagen ist problemlos möglich und zeigt eine völlig andere Seite Tunesiens: lebendige Medinas, wunderschöne Küstenorte, beeindruckende Oasen und die endlose Weite der Sahara.
Gerade diese Vielfalt hat uns begeistert. Innerhalb weniger Tage wechselt die Landschaft von mediterranen Küstenorten über Palmenoasen bis hin zu surrealen Wüstenlandschaften.
Tunesien ist definitiv eines dieser Reiseziele, das uns deutlich positiver überrascht hat als erwartet.



