Tongariro Alpine Crossing – unterwegs in Mordor

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Weihnachten, was kann man da besseres machen als faul zu Hause zu liegen und Köstlichkeiten zu essen?

Es ist 9 Uhr morgens – es ist kalt, bewölkt und ich stehe müde an einem Parkplatz auf etwa 1100m Höhe und habe Respekt vor dem was heute vor mir liegt. Vor mir liegt das Tongariro Alpine Crossing, einer der beliebtesten Walks in Neuseeland. Hunderte Menschen nehmen jeden Morgen bei gutem Wetter die 19,4km lange Strecke durch die fantastische Vulkanlandschaft auf sich für die man, sagte man uns, 6-8 Stunden benötigt. Würde ich das schaffen? Ich, nicht besonders durchtrainierte Großstadtbewohnerin, die einen Abend auf der Couch mit einer Tüte Chips einem Besuch im Fitnessstudio vorzieht?

Mein Ausgangspunkt für den Track ist, wie wahrscheinlich für die meisten, das Dörfchen National Park Village, welches etwa eine halbe Autostunde vom Start des Tracks entfernt liegt. Dort bekamen wir eine kurze Einweisung. Sonnencreme zu tragen und schnelltrockende Kleidung, Fleece und eine Windjacke statt Baumwolle oder Jeans. Wir bezahlten 35NZD p.P. für den Transport in den National Park Tongariro, denn die Parkplätze am Start und Endpunkt können nur mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden.

Tongariro Alpine Crossing: Unterwegs in Modor

Tongariro Alpine Crossing - NeuseelandDie erste Stunde läuft man relativ gechillt bei nur leichtem anstieg. Wir legen ein zügiges Tempo vor und überholen die anderen Wanderer, denn für den Nachmittag war Regen vorhergesagt. Doch dann wahrnt einen ein Schild „STOP – Are you really prepared to continue your alpine crossing trek?„, dass es ab jetzt anstrengend wird. Es wird steil, immer kühler und feuchter.

Tongariro Alpine Crossing - NeuseelandEs folgt ein steiler Anstieg, dem sog. Devils Staircase, und von dort über den Südkrater zum 1886m hohen und immer noch aktiven Red Crater. Es waren etwa 2,5 Stunden vergangen. Das Wetter hatte sich bisher ganz gut gehalten aber beim Abstieg konnte man die Hand vor den Augen nicht mehr erkennen. Man sah gar nichts mehr. Schade die Aussicht bis hier oben war fantastisch. Doch der sonst so schöne Ausblick auf Mount Doom blieb uns heute leider verwehrt. Wir waren hier oben und sahen nichts – nur Nebel.

Tongariro Alpine Crossing: Wo ist denn jetzt der Schicksalsberg?

Von einem Aufstieg auf den Mount Ngauruhoe, besser bekannt als Mount Doom oder Schicksalsberg aus Herr der Ringe, wurde uns abgeraten, wegen dem Nebel könnte man dort oben eh nicht die Hand vor Augen sehen können.

Tongariro Alpine Crossing - NeuseelandDann kam der für mich schlimmste Teil der Strecke und es geht etwa einen Kilometer auf rutschigem Sand steil bergab. Wann kommen endlich die schönen smaragdfarbenen Seen? Kurze Zeit später erreichten wir die im Nebel schwer zu erkennenden blauen Seen. Hier oben, fast 2000m Höhe ist es kalt und windig und der Wind spuckt mir salziges Wasser vom See ins Gesicht.

Auf dem Weg zurück wurde es dann richtig ungemütlich – Regen. Das hat jetzt noch gefehlt. Da man aber eh keine Möglichkeit hatte irgendwo unterzustellen, liefen wir weiter.

Mein Fazit vom Tongariro Alpine Crossing

Im Großen und Ganzen war das Tongariro Alpine Crossing keine große Herausforderung und die Angstmacherei vorab meiner Meinung nach etwas übertrieben. Nach etwa 6 Stunden waren wir auf der anderen Seite des Vulkans am Parkplatzes und waren damit viel zu früh für unseren Shuttle zurück.

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