Unterschätztes Kiew: 7 Gründe warum sich ein Städtetrip lohnt

Veröffentlicht am Veröffentlicht in Ukraine

„Was willst du denn in Kiew?“ „Ist es denn sicher in die Ukraine zu reisen?“ Das sind die Standardfrage die ich bekomme, wenn ich von meinem nächsten Städtetrip erzähle. Verständlich, der Krieg im Osten der Ukraine ist das, was die meisten mit dem Land aktuell als erstes in Verbindung bringen. Natürlich sollte man gewisse Regionen meiden. In Kiew ist von diesen Konflikten aber wenig zu spüren. Kiew hat so unheimlich viel zu bieten. Für mich gehört Kiew zu den schönsten Städten Europas und wird meiner Meinung nach trotz einer beeindruckenden Architektur komplett unterschätzt. 

Ich sitze im Flugzeug nach Kiew, der Hauptstadt eines Landes das sich gerade im Krieg befindet. Drei Tage werde ich in der Hauptstadt verbringen, die schon seit Jahren auf meiner Bucket List steht. In drei Tagen alle Sehenswürdigkeiten abzuklappern ist aber eher unrealistisch oder nur mit einem straffen Tagesprogramm zu schaffen. Erst spät am Abend lande ich am Flughafen Boryspil und nehme ein Taxi zum vorab gebuchten Hotel am schönen Mariinskyi Park in der Innenstadt.

Der erste kleine Schock lässt nicht lange auf sich warten: Der Bankautomat will mir maximal 500 UAH umgerechnet etwa 15€ ausspucken. Zu dem Zeitpunkt war mir noch nicht bewusst wie lange ich damit hier tatsächlich haushalten kann.

Kiew – Reiseblog Ipackedmybackpack.de

Sightseeing in Kiew

Die Schilder auf kyrillisch überfordern mich etwas, also spaziere ich einfach los und lasse die Stadt erstmal auf mich wirken. Ohne zu wissen wohin mich der Weg führen wird, erreiche ich bald den Wladimirhügel mit Blick über Kiew und den Dnepr. Perfekt um sich einen ersten Überblick über die Stadt zu verschaffen.

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Aussicht vom Wladimirhügel.

Ich laufe weiter Richtung Maidan Platz und komme an einer Traube von Menschen vorbei. „Hier tummelt sich bestimmt jemand aus Ukraine High Society“ scherze ich und stehe keine zwei Sekunden später vor Heern Klitschko, ehemalige Boxweltmeister und heutige Bürgermeister von Kiew, der gerade auf dem Weg zu seinem Wagen ist. Was für ein Zufall.

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Der Maidan Platz.
Kiews Straßen

Ich laufe weiter zum Maidan Platz, dem Platz der Unabhängigkeit im Zentrum der Stadt und Schauplatz der Euromaidan-Proteste vor vier Jahren. Von hier gelangt man auch auf die Shoppingmeile Chreschtschatyk. Durch Kiew zu laufen ist toll, besonders entlang der Chreschtschatyk stehen in regelmässigen Abständen kleine Häuschen an denen Kaffee in vielen Variationen verkauft wird und alle paar Meter kommt man an beeindruckenden Häuserfassaden vorbei.

Kiews Street-Art

Überall in Kiew findet man vereinzelt beeindruckend Wandmalereien an den Hauswänden, die in liebevoller Feinarbeit von talentierten Künstlern entstanden sein müssen.

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Street-Art in Kiew.
Goldene Zwiebelkuppeln

Das Stadtbild von Kiew wird geprägt von goldenen Kuppeln, die vereinzelt zwischen den Häusern hervorragen. Dazu gehört auch die Sophienkathedrale mit ihren grün-goldenen Kuppeln, die man fussläufig vom Maidan Platz erreicht. Die Sophienkathetrale gehört seit 1990 zum Unesco-Weltkulturerbe. Um das Gelände zu betreten wird ein geringer Eintrittspreis fällig (55 UAH wenn ich mich richtig erinnere (Stand Mai 2017)). In die Kirche hineinzugehen kostet nochmal etwas mehr.

Sophienkathedrale - Kiew – Reiseblog Ipackedmybackpack.de
Die Sophienkathedrale.
Beach time in Kiew

Ja, richtig gelesen. Ich spaziere über die Brücke an das andere Ufer des Dneprs und stehe an einem langen Sandstrand mitten in der Stadt. Der Strand auf der Truchanow-Insel ist perfekt um bei der Hitze ein bisschen zu entspannen und die Füße abzukühlen.

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Der Truchanow Strand in Kiew laden zum Sonnenbaden ein.
Kiews Metro

Die Metro in Kiew kann man quasi als eigene Sehenswürdigkeit bezeichnen. Kiews Metro-Stationen gehören zu den tiefsten der Welt und sehen mit ihren aufwändigen Wanddekoration, Bögen und bunten Fresken sehr pompös aus und sind ein echtes Highlight der Stadt. Mit Kiews Metro kommt man schnell und günstig von A nach B. Für die Nutzung muss man sich an den Schaltern oder Automaten der Metrostationen spezielle Marken kaufen. Eine Metrofahrt kostet nur 4 UAH, etwa 13 Cent.

Preise

Und generell ist Kiew eine sehr günstige Stadt, besonders seit der Hrywnja so viel an Wert verloren hat. Kiew ermöglicht einen einen super Städtetrip für den kleinen Geldbeutel.

Ukraines köstliche Küche

Das Essen in Ukraines Hauptstadt ist nicht nur extrem lecker, sondern auch sehr preiswert. Ein gutes Hauptgericht bekommt man schon für unter 5€. Besonders lecker sind die ukrainischen Teigtaschen Wareniki oder die bekannte Borschtsch (Rote-Beete-Suppe). Die Gerichte sind aber recht fleischlastitig, selbst Gerichte die vegetarisch zu sein scheinen. Fragt am besten nach, damit es zu keinen Missverständnissen kommt.

Mein Fazit von Kiew

Mir haben die Tage unheimlich gut gefallen und meiner Meinung nach braucht sich die Kiew nicht hinter anderen europäischen Städten nicht zu verstecken. Beeindruckende Architektur, super Essen und tolle Street-Art: Die Stadt hat so viel zu bieten! Es gibt viele schöne Grünflächen die zum entspannen einladen und was mir auch sofort aufgefallen ist: Die Stadt ist unheimlich sauber.

Weitere Impressionen

Sophienkatedrale - Kiew – Reiseblog Ipackedmybackpack.de
Das St. Michaelskloster mit seinen goldenen Kuppeln ist ganz in der Nähe der Sophienkathedrale.
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Der Maidan Platz.
Kiew – Reiseblog Ipackedmybackpack.de
Sonnenuntergang über dem Maidan Platz.
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Der Maidan-Platz.
Kiew – Reiseblog Ipackedmybackpack.de
Sonnenuntergang über Kiew.

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